HERR (Gott)

Gebärdensprachliches:
gleiche Handform wie bei Gebärdensprachbegriff „Gott", nur Bewegung und Ort im Gebärdenraum völlig anders, mimischer Ausdruck und Körperhaltung wie bei „regieren, herrschen".


Herkunft:
Evangelische Gehörlosengemeinden, im verschwommeneren Ausdruck auch im gebärdensprachlichen Umgang.


Inhaltliches:
Im Judentum, und bei frommen Menschen jüdischen Glaubens heute noch, war Gott so heilig, daß ein Mensch noch nicht einmal Gottes Namen in den Mund nehmen, aussprechen durfte. Man sagte also nicht „Gott", sondern „mein Herr". Das zeigt: in der jüdisch-christlichen Tradition ist der Titel „Herr" ein sehr hoher, eigentlich der höchste, der nur Gott gehört, also Herrgott oder Herr (Gott), gebärdensprachlich ausgedrückt, der, der über alles herrscht und regiert.


Gebärdensprachliches:
Gebetsmimik, Bewegung nach oben, zu Gott hin


Herkunft:
Evangeliumsbewegung für Gehörlose


Inhaltliches:
Wenn ich Gott im Gebet anrede, dann benutze ich diese Form der Gebärde.


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