Klage/ klagen

Gebärdensprachliches:
Diese Gebärdensprachform ist entstanden aus der Erfahrung lautsprachlicher Klage, deshalb ein Geschehen, das aus dem Mund kommt. Die Intensität der Klage wird jeweils mimisch zum Ausdruck gebracht, verstärkt durch eine leichte Krümmung der Schultern.


Herkunft:
Gebärdensprachlicher Umgang


Inhaltliches:
Ursprünglich kommt der Begriff der Klage oder Anklage aus dem Zusammenhang von Gerichtsprozessen, religiös bedeutet der Begriff: Ein einzelner Mensch oder auch eine ganze Gemeinde klagt vor Gott über sein/ihr Leiden oder auch über das Leiden anderer. Vor Gott darf ich nicht nur bitten und danken, ich darf auch mit meiner Klage zu ihm kommen. In der Bibel wird oft von Menschen berichtet, die ihre Klage vor Gott bringen, auch Jesus selbst, im Garten Gethsemane.


Gebärdensprachliches:
Handform, Handstellung und Handbewegung unterscheiden sich von Form s.o., der Gebärdenort ist aber der gleiche: am Mund. Deshalb wie oben .


Herkunft:
Gehörlosengemeinde Leipzig


Inhaltliches:
Diese Gebärdensprachform zeigt: „Klagen" holt mein Leid (oder auch mein Mitleid) von innen heraus und erzählt es offen.