Tabu

Gebärdensprachliches:
Gebärde „Verbot" mit Mundbild „Tabu"


Herkunft:
Gebärdensprachlicher Umgang


Inhaltliches:
1. Bedeutung von „Tabu": Etwas, was nach den Gesetzen der Religion, der Sitte, des Anstandes streng verboten ist, z. B. das sogenannte „Inzesttabu", das heißt: es ist nach Gesetz, Sitte, Moral und Anstand unserer Gesellschaft streng verboten, daß Vater und Tochter, Mutter und Sohn, Bruder und Schwester sexuelle Beziehungen miteinander haben. Deshalb diese Form der Gebärde.


Gebärdensprachliches:
Bewegung wie zur Seite, ins Abseits schieben, drängen


Herkunft:
DAFEG-Fachausschuß „Religiöse Gebärdensprachbegriffe auf CD-Rom"


Inhaltliches:
2. Bedeutung von „Tabu": Nach dem 2. Weltkrieg, noch stärker in den 50ger Jahren wurde bei uns in der Öffentlichkeit und auch in den Familien schamhaft über die Nazi-Vergangenheit geschwiegen, das Sprechen darüber war „tabu", die Nazi-Vergangenheit wurde verdrängt. Ein anderes Beispiel: Bis 1968 haben die meisten Eltern ihre Kinder über Sexualität nicht aufgeklärt, das Thema war "tabu", es wurde verdrängt. Deshalb dafür diese Form der Gebärde.


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